Alvin Curran

News: 14. September 2011
Am Abend um 20 h gibt es ein Publikumsgespräch und Vortrag mit Alvin Curran und Peter Kiefer über die Arbeiten zu KLANG-KUNST-NATUR. Ort: Ludwig Museum auf dem BUGA-Gelände.   mehr Infos     •    Flyer Vortrag Curran_Kiefer_14.09.11
Am Nachmittag zwischen 15 – 17 h erklingt die UA von „Hoe Sow Till Mulch“ von Alvin Curran auf der BUGA.

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Seit dem 20. August 2011 ist Alvin Currans Arbeit für den Rhododendrenhain am Kurfürstlichen Schloss, Ausgang Rheinseite zu hören und zu sehen:

Alvin Curran / Luca Spagnoletti
RHINESTONES* (BIGIOTTERIA), 2011

8kanalige Klanginstallation mit Klängen römischer Steine

Alvin Curran und Luca Spagnoletti, Foto: Jane Dunker, Köln

Für die Klanginstallation BUGA 2011 der Bundesgartenschau entwickelte Alvin Curran eine Klanginstallation, für die an der alten Befestigungsmauer in die Schießschachten Lautsprecher eingebaut wurden. Aus diesen tönen die Klänge der mechanischen Bearbeitungen von alten Steinen aus Rom mit weiteren Alltagsklängen zu einer mehrkanaligen Raumklangkomposition zusammengefügt. Die Klänge bewegen sich entlang der Mauer und schaffen so einen eigenen akustischen Raum.
Curran, der selber seit 40 Jahren in Rom wohnt, schafft so eine sinnlich Verbindung zwischen der am Ort vorgefundenen Materialität mit der Geschichte des Ortes, da Koblenz ja eine der bedeutendsten Festungen zu römischer Zeit war.
Er greift so auch das Thema der Klanginstallation BUGA 2011 und der Kunstinstallationen insgesamt auf: die Zeit und die Vergänglichkeit.

* der englische Begitff „Rhinestones“ ist ein Wortspiel bedeutet neben dem Wortlaut „Rhein-Steine“ in englisch „Strass“, also imitierten Schmuck, genau wie das italienische Wort Bigiotteria

Alvin Curran, Foto: Jane Dunker, Köln

Alvin Curran, Foto: Jane Dunker, Köln

englischer Text von Alvin Curran
This piece, created for the BUGA 2011 in Koblenz, was at the invitation of Peter Kiefer and the Uni-Mainz, where I am currently a guest professor in the MedienConvergence Project.  In April 2011 I made a visit to the city-park where the sound installations were to be located.  I had no idea what I find there, or what kind of sound-work I would make.

I looked around very carefully, thinking I would like to have some hidden off-center space to work in…I walked and looked and thought.  Quickly I fell-in-love, with the old stone wall – maybe 50 meters long which delimits the park along the riverside.

In particular there were evenly spaced look-out holes cut into the wall at about a meter distance from one another… I imagined placing loudspeakers in these holes and connecting them in such a way as to make sound travel first from left to right then return from right to left along all or part of this wall… as if the wall itself were in motion, like the river below, and the stream of visitors who randomly walk from here to there in dense or single small groups.  What sound would be the “right” one for this location and my purpose of moving it in space?  “The sound of stones themselves, of course!” and this choice was, as one says, a quick creative blitz which then and there, resulted in a pure and simple concept and structure – a wall of stones sounding of stones!  I had in fact recently made of radio piece for Deutschland Radio – “On The Roads” which was largely made from the sounds recorded on old roman basalt-stone roads, of which many – like the Appia Antica in Rome, are close to my own home.  It is recordings of these stones, made together by me and my wife Susan Levenstein (more stones)… that I brought to the studio of my trusted sound-designer/musician Luca Spagnoletti…I first made a six minute long performance on a Midi-Keyboard; Luca then created a digital algorithm in Max/Msp  which not only moves the sounds in different linear directions but can make them appear randomly at any point on the limited 8 loudspeaker system which were place about 2 or more meters distant covering a total distance of over 30 meters…. so a listener standing or moving in front of this wall, will hear a constanly shifting concert of very sparse to very dense soundings of stones being dropped, all moving in unpredictable patterns from these natural built-in loudspeaker positions – if we would like to imagine, in Wall  the Romans themselves may have thought to build  2000 years ago…. of course they did not, but allow us to imagine the impossible and listen to it at the same time.

*Rhinestones in English mean, cheap costume jewels, as does Bigiotteria in Italian a most natural play on words.

Alvin Curran vor der Klanginstallation Rhinestones

Alvin Curran vor der Klanginstallation Rhinestones, Foto: Jane Dunker, Köln

Alvin Curran wurde 1938 in Providence, Rhode Island in den USA geboren, ist allerdings schon seit Jahrzehnten in Rom beheimatet ist.
Seit den 1960er Jahren gehört er zu den weltweit renommiertesten Komponisten Elektronischer Musik und Klangkunst. Er hat seine Werke auf den bedeutendsten Festivals präsentiert und ausgestellt u.a. auf der Ars Electronica Linz, der Tate Galerie, Guggenheim Foundation New York, Centre Pompidou Paris, Donaueschingen, Schwetzinger Festspiele, Gastkünstler am ZKM und viele andere mehr.

Alvin Curran lehre an der Accademia Nazionale d’Arte Drammatica (Rome) und von 1991 to 2006 hatte er die „Darius-Milhaud-Professur für Komposition“ am renommierten ›Mills College‹ in Oakland, California inne.

Curran verwendet in seiner Musik regelmäßig elektronische Sounds, aber auch Geräusche der Umwelt und Musiken und Klänge aus unterschiedlichsten Kulturen. Er bezieht immer wieder auch politische Fragestellungen in seine Arbeit mit ein: so in seinem Konzert für Schiffshörner in Westberlin, welches in den 80er Jahren über die Berliner Mauer klang oder seine Crystal Psalms zum Gedenken an die Novemberprogrome 1938. Er arbeitet stets auch mit den neusten Medien und hat z.B. den Walkman früh als Objekt in seine Kompositionen mit einbezogen.

Gemeinsam mit Frederic Rzewski, Richard Teitelbaum und anderen gründete Alvin Curran 1966 das Ensemble ›Musica Elettronica Viva‹ in Rom. Die Gruppe hat in über 200 Konzerten mit den bedeutendsten Musikern und Komponisten der Zeit zusammengearbeitet. Das Ensemble führte in die Elektronische Musik Elemente der musikalischen Improvisation ein und führte diese in Echtzeit auf. Sie bildeten damit einen Gegenpol zu den großen monopolistischen Elektronischen Studios wie z.B. in Köln. Heute ist die Entwicklung eigener elektronischer Klangerzeuger und das Modifizieren von Alltagselektronik zu Musikinstrumenten, das Circuit bending. Heute hoch aktuell – damals war es Protest und Notwendigkeit gleichermaßen.

Alvin Currans musikalische Arbeit bezieht immer einen Standort und oft einen – jenseits von konventionellen Pfaden –  sehr individuellen Standpunkt, der zum Nachhorchen und Reflektieren anregt.

Alvin Curran ist vom April bis November 2011 als „Artist in Residence“ an der Hochschule für Musik Mainz.
Er arbeitet zur Zeit auch an einer Komposition für die Tanzkompanie Trisha Brown sowie an einem Gruppenkonzert für das Netzwerk Neue Musik am 14. September 2011 auf der BuGa.

Und auch in Mainz waren Werke von Alvin Curran zu sehen und zu hören. Unter anderem bei dem Festival Mainz Musik am 30. Juni 2011.

siehe auch:
http://www.alvincurran.com
http://de.wikipedia.org/wiki/Alvin_Curran
http://en.wikipedia.org/wiki/Alvin_Curran

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