Kaspar König

Seit dem 20. August 2011 ist Kaspar Königs Arbeit für den Rhododendrenhain am Kurfürstlichen Schloss, Ausgang Rheinseite zu hören und zu sehen:

Kaspar König
Klangdrachen – Soundkite (2011)

Klanginstallation
Nylon, Polyester, Holz, Metall, Transducer, elektrokustische Komposition

Klangdrachen Kaspar König

Soundkite / Klangdrachen von Kaspar König

Kaspar König über seine Arbeit

Bei meinen zahlreichen Aufenthalten im Rhododendrenhain neben dem kürfürstlichen Schloss fiel mir besonders auf, dass immer wieder ein starker Wind weht und zwar am Rhein entlang.
Vom Deutschen Eck bis zum Rheinufer nimmt er Klänge und Alltagsgeräusche von Menschen, Schiffen und Natur mit und erzeugt darüber hinaus selber Klänge durch seine treibende, vibrierende Art: es bewegen sich Blätter und es klingt wie von einer magischen Hand bespielt.
Wenn man einen Drachen gut in der Luft (be)halten möchte fangen in einem richtigen Wind die Leinen an zu schnurren und zu klingen. Diesen Moment kenne ich aus meiner Kindheit und ich erinnere mich noch sehr gut daran.

Diesen Moment zwischen Erinnerung und Magie möchte ich in meiner Arbeit mit den Besuchern teilen. Jedoch wäre es unmöglich, ständig Drachen steigen zu lassen und schon gar nicht in der nähe von den denkmalgeschützten Bäumen, die die Klanginstallation einrahmen. Auch das Anbringen einer Aeolsharfe hätte nur unbefriedigend diese Windklänge der langen Leinen erzeugt und bliebe stumm, wenn mal kein Wind weht.

So entstand der Gedanke, den Spieltrieb meiner ersten Erfahrungen mit Wind mit sonst unerhörten Klängen zu verknüpfen. So habe ich eine Aufnahmetechnik entwickelt, die es ermöglicht den Klang der vibrierenden Leinen ohne die störenden Windgeräusche im Mikrophon aufnehmen zu können. Die Klänge werden mit einem Körperschallwandler in die wie verloren im Baum hängende Drachenkonstruktion eingespielt. Der Klang reist durch die Leinen zu den Resonanzkörpern – zwei simplen Plastikeimern und ist dort wieder in der Luft zu hören. Dadurch entsteht den Eindruck, dass die Leinen an dem Drachen im Garten tatsächlich vom Wind angespielt werden. Die Komposition ist 6 Minuten lang und ist von einem mäßigen bis starkem Wind. Die Besucher hören so Klänge selbst bei Windstille – weht der Wind, so mischen sich beide Klangerlebnisse miteinander.

Kaspar König verlegt KabelBiographie
Kaspar König wurde in Maastricht geboren und ist ein Musiker und Künstler mit dem Schwerpunkt Konzept und Kontext. Er hat sein Diplom in Industriedesign an der Universität der Künste in Berlin erworben.
Sein künstlerischer Werdegang zeigt das breite Spektrum seiner Interessen und Fähigkeiten. So hat er zunächst Maschinenbau an der RWTH in Aachen studiert. Während dieses Studiums hat er wertvolle Kenntnisse und Techniken angeeignet, die er später mit in seine Kunst eingebaut hat. Da er in dem reinen Technikstudium seine künstlerische Schaffenskraft nicht ausleben konnte, entschied er sich für ein Studium des Industriedesigns und wurde auch an herausragenden Akademien wie Ulm und später an der UdK in Berlin aufgenommen, an der er im Jahr 2002 sein Diplom erwarb.
Seit 2010 studiert er im Masterstudiengang Klangkunst-Komposition an der Hochschule für Musik Mainz der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und beschäftigt sich dort mit city sounds, den Klängen elektromagnetischer Felder und circuit bending.

Kaspar König ist auf verschiedenen Gebieten aktiv: er tritt als Musiker auf und produziert CDs; er arbeitet in verschiedenen Projekten als Klangkünstler; er entwickelt Designkonzepte insbesondere aus Recycling-Materialien, er kooperiert im Performancekontext mit Tanztheatern und fungiert selber als Veranstalter verschiedener Kunstaktionen. Seine Arbeit führte ihn u.a. nach 2010 nach Brasilien und den USA – speziell New Orleans und vorher nachBerlin, Leipzig, Weimar, Amsterdam, an das “Musée des Beaux-Arts” in Nantes. Das renommierte Kunstmuseum Bonnefanten in Maastricht hat ihn seit 2003 über mehrere Jahre als Initiator AART (Architectural Acoustic Research Team) eingeladen, die Architektur des Hauses auditiv zu erforschen.
Im Jahr 2009 Tanztheater-Performance kooperierte er mit der Choreografin Sofia Mavragani in Athen. Im Jahr 2010 war er mit gleich zwei Projekt einer der Gewinner des Preises für Neues Musikktheater „operare“ und hatte in diesem Kontext Aufführungen im Berliner Hauptbahnhof
Auch nutzt er das Netz selber als Plattform für seine Kunst – nicht nur zu deren Verbreitung sondern auch in netzwerkbasierten Projekten. Von seiner Heimatstadt Maastricht wurde ihm eine Gewerbebau zur Verfügung gestellt, in dem er unter dem Titel „artspace rondeel“ andere Künstler zu Aktionen einläd oder selber Ausstellungen und Kunstprojekte veranstaltet.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist für Kaspar König die Vermittlung von Kunst in workshops an Kunststudenten und auch an Kinder und Jugendliche. Dabei versteht er diese Vermittlung nicht als etwas außerhalb seiner künstlerischen Persönlichkeit stattfindendes, sondern als mit seiner künstlerischen Arbeit verzahnt und so als Teil derer.

Workshops, führten Ihn 2006 und 08 an die Akademie der Bildenden Künste in Beijing geführt um dort einen einen Workshop über nachhaltigen Projekte in Kunst und Design mit recycelten Materialen zu halten. Weitere Orte: Zürich, Barcelona, Südkorea und die Kunsthochschule Weissensee in Berlin.

Er hält Vorträge, und organisiert „slowbike contests“, bei der der/die langsamste FahrerIn gewinnt, als künstlerische Performance. Er sieht sich als Künstler in bewusster sozialer Verantwortung und macht diese zum Thema seiner Arbeit.

Kaspar König ist neben der Präsentation seiner eigenen Arbeit Mitarbeiter bei der generellen Realisierung der Klanginstallation BUGA 2011 der Bundesgartenschau.

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